The Elder Scrolls 4 – Oblivion

Im Rollenspielbereich, vor allem bei denen, die kein „echtes“ Rollenspielsystem als Hintergrund haben, gibt es nur weniger Vertreter, die einen so hohen Status bei den Fans haben wie die Elder Scrolls Reihe. Der jüngste Vertreter macht gleich beim ersten Blick einen imposanten Eindruck. So schöne Grafiken gab es selten in einem Rollenspiel. Aber hinter der schönen Fassade verstecken sich auch einige grobe Schnitzer. Aber der Reihe nach.

1993 erschien The Elder Scrolls – Arena, das man heute kostenlos downloaden kann. Der Nachfolger Daggerfall aus dem Jahre 1996 zeigte zum ersten Mal die riesige Welt und Handlungsfreiheit, die die Reihe bietet. Morrowind kam dann 2003, erstmals auch für Konsole (XBOX) in den Handel. 2006 erschien dann Oblivion für PC und XBOX360, später auch für Playstation 3. Man entschied sich wieder, die Welt so frei wie möglich zu gestalten, was dem Spielerlebnis sehr zu Gute kommt.

Zu Beginn des Spiels wählt man seine Rasse aus. Will man einen Menschen spielen, hat man die Auswahl von verschiedenen Völkern, ebenso bei den Elfen. Orks, die katzenähnlichen Khajiit und die reptilienartigen Argonier runden die Auswahl ab. Jedes Volk hat natürlich neben einem individuellen Aussehen, das man sich sehr frei anpassen kann, auch eigene Vor- und Nachteile. Die menschlichen Nord zum Beispiel sind sehr widerstandsfähig gegenüber Frost, während die Argonier unter Wasser atmen können. Auch die Attribute sind von Volk zu Volk verschieden, Orks sind nicht die hellsten, dafür aber stark wie zehn Ochsen, Khajiit sind geschickte Athleten, stecken dafür aber bei der Kraft deutlich zurück. Anzumerken ist, dass die Welt, in der wir spielen, komplett selbst entwickelt wurde, ähnlich wie auch das Warcraft Universum.

Nachdem wir also unser Volk, unseren Namen und unser Aussehen gewählt haben, geht es schon los, anders als bei vielen anderen Vertretern des Genres, die erst noch tausend andere Angaben haben wollen. Das passiert hier im Laufe des Spiels, ähnlich wie beim Vorgänger Morrowind. Unsere erste Mission ist, aus dem Kerker zu fliehen, in dem wir stecken. Warum? Keine Ahnung. Glück für uns: Der Kaiser kommt vorbei und nutzt einen geheimen Fluchttunnel in unserer Zelle. Das hätten wir mal eher wissen müssen. Wir folgen ihm, aber keine 10 Minuten später wird der Kaiser ermordet und wir bekommen einen neuen Auftrag. Das Amulett der Könige muss zum letzten verbliebenen Erben gebracht werden.

Wir verlassen die Kanalisation und sehen zum ersten Mal die Schönheit Tamriels. Berge, Seen, Flüsse. Was uns hier präsentiert wird ist ein graphischer Leckerbissen. Aber wir haben ja einen Auftrag. Oder doch nicht? Denn ab hier können wir frei wählen, was wir machen wollen. Es gibt viele Ruinen, Festungen, Städte oder Dörfer zu entdecken, wir können vier Gilden beitreten und unsere Kampfeskraft in der Arena messen.

Zu dem Zeitpunkt, als ich mich das erste Mal um den Hauptquest gekümmert habe, hatte ich bereits über 60 Stunden gespielt. So viel gab es zu entdecken, so viele Nebenmissionen zu meistern. Nach kurzer Eingewöhnung geht die Steuerung flugs von der Hand und man läuft und hüpft durch die Täler und über die Wiesen, als wäre man in „Unsere kleine Farm“. In der Hauptquest kümmern wir uns um die mysteriösen Angreifer, finden den Erben und schließen ein Oblivion-Tor, ein Portal zum Reich der Daedra, welche im Prinzip „böse Gottheiten“ sind. Das reicht leider nicht, denn nun öffnen sich zufällig auf der gesamten Karte solche Tore.

Elder Scrolls wäre kein Rollenspiel, wenn es nicht auch Stufen beinhalten würde. Auch hier geht Bethesda eigene Wege. Einen Stufenaufstieg gibt es nicht, indem man Erfahrungspunkte durch Quests sammelt, sondern indem man seine Fähigkeiten anwendet. Erreicht man einen Aufstieg, darf man drei Attribute steigern, die mit den Fähigkeiten in Verbindung stehen. Wenn ich also besonders stark meine Fähigkeit „Handelsgeschick“ gesteigert habe, darf ich mein Charisma um bis zu 5 Punkte steigern. So kann man mit viel Training aus einem schwachen Charakter einen Muskelprotz machen.

Fähigkeiten steigern kann man auf drei Arten: Einen Trainer bezahlen (aber nur fünfmal pro Stufe), Bücher lesen oder immer wieder anwenden. Learning by Doing also.

Was braucht ein Spiel noch, außer einer hübschen Grafik, einer guten Steuerung und einer durchachten Story? Im Rollenspielbereich sind auch die NPCs sehr wichtig. Und diese reagieren auf uns und das Weltgeschehen, so werden mal die Muskeln gelobt oder ein besonderer Zwischenfall kommentiert.

Oblivion wäre das perfekte Rollenspiel, wäre bei der deutschen Fassung nicht ein großer Schnitzer passiert. Manche der Texte sind noch in Englisch, andere Texte sind einfach falsch. So kosten Häuser immer mehr, als uns die Textausgabe verrät. Manchmal kommt es aber auch vor, dass der Mund des Gesprächspartners stumm bleib, aber der Text voran schreitet.

Letzten Endes fallen die Fehler aber nicht so schwer ins Gewicht, dass sie die guten Seiten des Spiels aufwiegen. Übrig bleibt eben immer noch ein klasse Spiel mit einer dichten Atmosphäre.

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