The Elder Scrolls 5 – Skyrim

Lange mussten wir warten, bis Bethesda uns nach The Elder Scrolls 4: Oblivion einen neuen Teil präsentiert. Ganze 5 Jahre sind ins Land gestrichen für uns, Tamriel jedoch ist um 200 Jahre gealtert. Skyrim spielt in der gleichnamigen Provinz hoch im Norden von Tamriel, der Heimat der Nords. Hier herrscht gerade ein blutiger Bürgerkrieg und wie sollte es auch anders sein – wir geraten irgendwie mitten hinein.

Es ist mittlerweile Standard in der Elder Scrolls Reihe, dass man zu Beginn des Spiels erstmal in Gefangenschaft ist. In Morrowind wurde man gerade entlassen, in Oblivion führte der Fluchtweg des Kaisers durch die eigene Zelle und in Skyrim werden wir gerade zu unserer Hinrichtung gebracht, mit dabei ist auch der Anführer der Sturmmäntel, eine der beiden Fraktionen im Bürgerkrieg. Es scheint also, dass das Spiel schon zu Ende ist, bevor es überhaupt angefangen hat. Aber erstmal wählen wir unsere Rasse, unser Aussehen und unseren Namen, natürlich kommt jede Rasse mit individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften, neu hier ist jedoch, dass es keine Klassen mehr gibt, doch dazu später mehr.

Gerade, als wir enthauptet werden sollen, greift ein Drache an, die seit Jahrhunderten ausgestorben schienen. Dementsprechend groß ist das Chaos, welches wir mit einiger Hilfe zur Flucht nutzen. Spielerisch lernen wie die wichtigsten Kontrollen während unserer Flucht.

Schon hier wird klar, Skyrim ist ein weiterer Meilenstein. Die Grafik ist um einiges besser geworden im Vergleich zu Oblivion, die Möglichkeiten im Spiel sind vielfältiger, der Sound kommt passender, die Sprecher sind besser – im Prinzip ist einfach alles an Skyrim besser und runder als Oblivion, was bei 5 Jahren Unterschied aber auch nicht sehr verwundert.

Natürlich gibt es in einem Rollenspiel Level, die werden aber nicht wie in anderen Vertretern durch das Besiegen von Gegnern oder das Erledigen von Quests erreicht, sondern durch das Anwenden und damit Verbessern der eigenen Fertigkeiten. So kann man sich in der Schmiedekunst, der Alchemie, aber auch im Schlossknacken oder dem Tragen von bestimmter Rüstung üben. Im Prinzip gibt es für alles, was man im Spiel macht eine dazugehörige Fertigkeit. Hat man einen neuen Level erreicht, schaltet man einen Talentpunkt frei und kann Leben, Ausdauer oder Magie erhöhen. Die Talentpunkte werden dann dafür benutzt um bestimmte Dinge frei zu schalten, wie stärkere Rüstungen und Waffen, die man selbst schmieden kann, mehr Schaden mit einer bestimmten Waffenart oder Vorteile beim Kaufen und Verkaufen von Waren.

Klingt komplizierter, als es ist, denn nach kurzer Zeit haben sich auch Neulinge an das System gewöhnt. Technisch wurde also fast alles neu gemacht, aber einige Dinge blieben auch gleich. So ist die Steuerung immer noch mehr auf Konsole als auf PC ausgelegt und es gibt auch in der Welt zahlreiche gewohnte Eindrücke, wie die verschiedenen Rassen, die Göttlichen oder die Daedra-Fürsten, was aber ja auch kein Wunder ist, immerhin spielen wir nach wie vor in der gleichen Welt, wie schon die ersten Elder Scrolls Spiele.

Aber was genau treiben wir in Skyrim? Zum einen haben wir da den Bürgerkrieg, dem wir uns anschließen und einer Seite zum Sieg verhelfen können und wie immer haben wir mehrere Gilden, die Magier, Diebe, Krieger und die Dunkle Bruderschaft, denen wir beitreten können und ohne die das Spiel auch zu eintönig wäre. Jede Gilde hat dabei andere Aufträge für uns und erzählt eine eigene Geschichte, die teilweise gar nichts mit der eigentlichen Hauptgeschichte zu tun hat. Diese ist die Geschichte um den Drachenangriff, denn nicht nur dieser ist zurückgekehrt, überall in Skyrim tauchen wieder Drachen auf. Nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass der Spieler selbst der Dovahkiin ist, ein Drachenblut, der in der Drachensprache sprechen bzw. rufen kann und damit eine Art Auserwählter ist, denn er ist der Einzige, der dem Ober-Drachen Paroli bieten kann.

So dauert es auch nicht lange, bis wir uns in einem Duell mit einem Drachen wiederfinden, dessen Seele wir absorbieren um die Drachenschreie frei zu schalten, eine besondere Art von Magie, die eben nur der Dovahkiin einsetzen kann (und ein besondere Gruppierung von Mönchen, den Graubärten, die dafür aber Jahre trainieren müssen, anders als der Dovahkiin).
Ab diesem Kampf können Drachen überall in der Spielwelt zufällig auftauchen, was dem Spiel eine gewisse Unvorhersehbarkeit gibt.
Wie schon im Vorgänger Oblivion kann der Spieler auch hier wieder Häuser kaufen, neu ist hier die Möglichkeit, Waffen und Rüstungen auf besonderen Ständern auch auszustellen, anstatt sie nur in einer Kiste einzulagern. Wem das Abenteurerleben dann aber zu einsam ist, der heiratet eben oder nimmt einen der zahlreichen Begleiter mit, die entweder freiwillig mitkommen oder für Gold angeheuert werden können.

Viele Neuerungen also aber auch viel Wiedererkennungswert. Wie bereits erwähnt, die Grafik ist beeindruckend, auf dem richtigen Fernseher sieht die Umgebung aus, als wäre sie wirklich lebendig. Will man alles sehen, kann man auch etliche Stunden in Skyrim verbringen. Noch mehr Pfeffer kommt durch die starke Community dazu, denn diese hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie zusätzliche Inhalte, Interfaceanpassungen oder ähnliches in Eigenregie veröffentlicht.

Der einzige negative Aspekt nach diesem Erlebnis ist die Tatsache, dass man irgendwann eben doch alles gesehen hat. Aber Bethesda arbeitet ja auch schon an einer Erweiterung.

Und genau da geht es dann wieder los. Die erste Erweiterung Dawnguard war in der deutschen Fassung so verbuggt, das es nicht mehr spielbar war. Dies wurde zwar schnell gepatcht, aber bei dem hohen Preis, den dieses AddOn gekostet hat, hinterlässt es doch einen schalen Nachgeschmack.

In Dawnguard treffen wir auf die Dämmerwacht. Eine alte Gruppe von Vampirjägern, die gegen den Ober-Vampir vorgehen. An einer Stelle der Handlung können wir uns entscheiden: Selbst Vampir werden oder die Vampire ausrotten? Die Quests ähneln sich auf beiden Seiten und irgendwann ist man dann halt auch durch. Man bekommt dort zwar weiterhin Quests (ähnlich wie bei den Gefährten oder der Dunklen Bruderschaft), diese sind aber natürlich nicht der Rede wert.Interessanter fand ich die Tatsache, dass es neue Schmiederezepte gibt. So kann man nun aus Drachenknochen und Schuppen auch Waffen herstellen und Pfeile ebenso.
Ab Level 78 gibt es dann auch Legendäre Drachen – also echte Brocken im Kampf.

Das zweite AddOn Hearthfire erweitert Skyrim geringfügiger. Wir können nun drei Häuser bauen, an festen Plätzen der Welt und in einem festen Design, in diesem Design selbst aber relativ frei. So entscheiden wir selbst, ob wir im Westflügel einen Verzauberturm haben wollen, oder eine Waffenkammer.
Neu ist auch, dass wir nun Kinder adoptieren können. Mit diesen kann man ein wenig rumtollen, Verstecken spielen oder sie ins Bett schicken. Zu guter Letzt gibt es noch den Fleischformer – diese Dame sitzt bei der Diebesgilde (man braucht also Zugang zur Gilde um mit ihr reden zu können) und sie passt euer Gesicht an, genauso wie zu Beginn des Spiels.

Mittlerweile gibt es auch noch Dragonborn – dieses AddOn habe ich noch nicht, ich konnte es also noch nicht testen.

Mein abschließender Rat: Wer Skyrim noch nicht hat, sollte auf eine Komplettedition warten, wie es bei vielen anderen Games auch der Fall war. Dann aber auf jeden Fall zuschlagen.

Kommentar verfassen