DVD Box – Critters Collection

Als Fan der Critters war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ich diese Box mein Eigen nennen würde. Vor einiger Zeit hab ich sie mir dann auch gekauft, bin aber erst vor kurzem dazu gekommen, diese komplett anzusehen. Fangen wir also an.

Critters (USA 1986)
Die Critters, kleine, gefräßige aber trotzdem intelligente Monster, die an eine Art Mischung aus Igel und Piranha erinnern, entkommen dem Gefängnis, wo sie eingesperrt werden sollten, da sie eine Bedrohung für die Galaxie sind und landen mit einem gekaperten Raumschiff auf der Erde. Die „Bountyhunter“ werden ihnen hinterher geschickt. Ebenfalls Aliens, unterscheiden sie sich aber nur in der Kopfform von Menschen und besitzen die Fähigkeit sich zu verwandeln, um auf ihren Einsätzen auf anderen Planeten nicht aufzufallen.
Die Critters erreichen die Farm der Browns, die in der Nähe der Stadt Grovers Bend liegt. Charlie, ein bekannter Trinker, sah die Landung der Critters und versuchte die Stadt zu warnen, leider ohne Erfolg. Während die Critters versuchen, Familie Brown zu verspeisen, gehen die Bountyhunter auf offensichtlich üblich brutale Weise ihrem Auftrag nach. Sie demolieren eine Kirche und eine Bowlingbahn, bevor sie bei den Browns eintreffen und den Critters auf den stacheligen Pelz rücken. Sie schaffen es leider nicht, die Entführung der Tochter April der Browns durch die Critters zu verhindern, die sich zurückziehen wollen. Nur Charlie und der Sohn, Brad, der Browns schaffen es dann, April zu retten und die Critters zu stoppen.
Am Ende wird jedoch deutlich, dass die Critters Eier gelegt haben.

In den 80ern wurden englische Worte noch recht eigenartig übersetzt. So heißen die Bountyhunter hier nicht etwa Kopfgeldjäger, sondern einfach nur Kopfjäger. Über sowas kann man natürlich hinwegsehen. Ansonsten bekommt man nämlich genau das, was man von einem 80er Jahre B-Movie erwarten kann. Seichte Kost, mit dem einen oder anderen Logikloch und offensichtlichen Trickeffekten. Der erste Teil ist in meinen Augen der mit den meisten Horrorelementen, auch wenn die Zahl der Toten sehr gering ist und auf übertriebene Darstellungen verzichtet wird. Dafür gibt es auch ein paar humoristische Einlagen, zum Beispiel als die Critters das Zimmer von Brad verwüsten.

Die Ausstattung der DVD ist OK, wenn man vergleichbare Produktionen als Referenz ansieht. Die Trailer aller vier Filme, verschiedene Sprachen und Untertitel, Kapitelauswahl – aber immerhin mit animierten Menüs, die auch zu den Filmen passen. Dies gilt auch für die anderen drei Discs, deswegen werde ich bei den anderen Filmen nicht mehr drauf eingehen.

Critters 2 (USA 1988)
Brian kommt nach längerer Abwesenheit zurück in seine Heimatstadt Grovers Bend, genau im richtigen Moment, denn die Eier der Critters brechen auf und es schlüpfen neue Plagegeister. Die Bountyhunter werden wieder losgeschickt und gemeinsam machen sich die Bewohner der Stadt dran, die Beißer aufzuhalten. Sie stellen ihnen eine Falle in der Hamburger Fabrik, aus der sie jedoch entkommen. Einzig der Einsatz vom neuen Bountyhunter Charlie vernichtet die Critters endgültig.
Charlie bleibt auf der Erde zurück und wird Sherriff in Grovers Bend.

Ich habe den Inhalt bewusst ein wenig kürzer gehalten, da ich diesen Teil für den besten Teil halte, auch wenn gerade die deutsche Version übel ist. Die Critters waren im ersten Teil noch stumm, haben selten untereinander gesprochen, in ihrer eigenen Sprache und das ist auch in diesem Teil noch so. Bis auf Deutschland, denn scheinbar wollte man aus dem Film wohl eher eine Komödie machen, die Critters sagen auf einmal extremst blöde Sachen, die ich hier gar nicht wiedergeben kann, weil ich dafür auch noch die gesamte Szene erklären müsste. Das geht in meinen Augen einfach zu weit für einen kleinen Blog Eintrag.
Hier hat das deutsche Synchrostudio aber mal derbe daneben gegriffen. Auch wenn es ja durchaus Glücksgriffe gab wie man bei „Die Zwei“ gesehen hat.

Critters 3 (USA 1991)
Charlie ist nicht länger Sherriff in Grovers Bend. Auf einem Waldparkplatz trifft er ein paar Kinder, die er vor den Critters warnt. Wie es der Zufall will, gelangen ein paar frisch geschlüpfte Critters an Bord des Wohnmobils der einen Familie und damit in ein Hochhaus einer nahen Stadt. Dies soll gerade geräumt werden, da der Besitzer es plattmachen will, die Einwohner aber wollen nicht weg. Die Critters fressen sich ihren Weg durch das Hochhaus, dabei fallen ihnen nicht nur der Besitzer zum Opfer sondern auch sein Handlanger, der Hausmeister. Charlie trifft ein und gemeinsam mit den Kids vernichtet er die Critters und macht sich auf die Suche nach den letzten Eiern. In dem Moment, wo er die letzten Eier vernichten will, meldet sich sein alter Bountyhunter Kollege Ug (ja, genialer Name) und teilt ihm mit, dass er dies nicht dürfte, da es die letzten der Art sind. Der Film endet beim Versuch von Charlie die Eier in einer Raumkapsel unterzubringen, bei dem er versehentlich eingeschlossen und ins All geschleudert wird.

In der deutschen Version hat Charlie, als einziger echter Dauercharakter, eine andere Synchronstimme. Merkwürdigerweise wurde dieser Umstand im vierten Teil, der direkt im Anschluss spielt und gedreht wurde, wieder korrigiert und man hat seine Stimme aus Teil 1 und 2 wieder. Ich konnte keine Info dazu finden, warum das so ist, aber gut, es ist ein B-Movie. Da gibt es Schlimmeres als die Synchronstimme. Bemerkenswert ist – hier spielt Leonardo DiCaprio seine erste „große“ Rolle. Technisch reiht sich der Teil bei den anderen ein, die Story ist noch ein wenig flacher und die Komik lässt auch zu wünschen übrig. In meinen Augen der schwächste Teil. Critters 3 wurde im Übrigen durch ein paar Schnitte gekürzt, davon betroffen sind aber einfach nur ein paar Einstellungen, die sonst länger gewesen wären, wie zu Beginn die Bäume, die in der deutschen Version kürzer gezeigt werden als in der Originalfassung.

Critters 4 (USA 1992)
Der letzte Teil der Serie ruft uns nochmal die letzten Szenen von Teil 3 ins Gedächtnis, bevor wir ein wenig in die Zukunft uns ins Weltall abdriften. Die Kapsel wird von der RSS Tesla gefunden und an Bord gebracht. Die Crew bringt die Kapsel zu einer Raumstation von Terracorp, die Besitz an dieser Kapsel anmelden. Der Captain fühlt sich verarscht und bricht den Zylinder auf, womit er nicht nur Charlie sondern auch die Critters befreit. Es kommt, wie es kommen muss, die Critters machen sich an der Crew der Tesla zu schaffen. Als Terracorp, angeführt von Ug, auf der Station eintreffen und die letzten Eier wollen, bricht sogar ein Feuergefecht auf, am Ende sind alle Critters, Terracorp und bis auf Charlie, Ethan und Fran auch die Crew der Tesla tot.
Es wird Kurs zur Erde gesetzt, aber Charlie kann die Finger nicht von den Kontrollen lassen. Das Schicksal der Drei ist ungewiss…

Generell bin ich immer dagegen, wenn eine Horrorserie ins All gebracht wird. Jason X, Hellraiser 4, Leprechaun 4, Critters 4 und es gibt bestimmt noch mehr Beispiele. Hier hat es aber durchaus Sinn, denn die Critters sind halt Aliens und werden von Alien Bountyhunter bekämpft. Es ist logisch, die Serie also auch dort enden zu lassen. Und es wird recht gut gemacht – sehen wir mal wieder vom typischen flachen Skript ab, gibt es einige interessante Entwicklungen, aus Ug wurde Counsellor Tetra und Charlie schafft es, seinem alten Freund Paroli zu bieten, obwohl er in den früheren Teilen immer eher feige und schwach dargestellt wurde.

Während die Synchro mal in Ordnung geht, verstehe ich die Schnitte nicht. Hier wurden Dialog Szenen gespart, die zum Verständnis durchaus wichtig sind. Man versteht den Film auch so, aber manche Zusammenhänge, zum Beispiel warum die Crew bei diesem Captain bleibt, obwohl er ein riesen A-Loch ist, sind so einfach besser erklärt. Lob bekommt dafür der Cast. Angela Bassett (Oscar Nominiert und einen Stern auf dem Walkf of Fame) und Brad Dourif (der in vielen Kultfilmen und Serien mitgewirkt hat) sind da echt schon was. 1992 allerdings waren beide noch weit davon entfernt, von daher waren dies wohl eher Glücksgriffe. Dourif war eventuell durch Chucky bekannt, wo er seine Stimme der Puppe gab und Bassett noch gar nicht, die aber später zum Beispiel in Malcom X, Emergency Room und Tina – What’s Love Got to Do with It? (wo sie Tina Turner spielen durfte und ihre Oscar Nominierung einheimste) gespielt hat.

Das war mein erstes Review einer DVD Box. Wie ihr gemerkt habt, lag mein Fokus eher auf den DVDs selbst und die Filme waren eher zweitrangig, was bei uralten Schinken aber auch nicht so das Problem ist, denke ich. Ich finde es interessant, das heutige Hollywood Größen ihr Debüt oder zumindest recht früh (wobei Dourif bereits 1975 in Einer flog über das Kuckucksnest mitgespielt hat) in dieser Reihe mitgewirkt haben.

Kennt ihr diese Filme noch nicht, dann lege ich sie euch echt ans Herz. Man bekommt die Box neu für ein paar Euro und gebraucht für noch viel weniger (okay, 20 Euro neu und gebraucht circa 15), aber 5 Euro pro Film war es mir auf jeden Fall wert. Vielleicht könnt ihr euch die Filme auch leihen, bei lovefilm oder in eurer örtlichen Videothek? Mein Rat: Legt einen Critters Abend ein. Und wenn ihr genügend Englisch versteht, dann auch im Original. Generell meine ich, wenn man es kann, sollte man immer das Original vorziehen.

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