10 Jahre World of Warcraft – eine Zeitreise

10 Jahre ist es nun her. 10 Jahre seit wir zum ersten Mal Azeroth betreten haben und uns dem Kampf zwischen Allianz und Horde angeschlossen haben.

Aber das war nicht das erste Mal, dass wir in Azeroth waren. Genaugenommen feiert WarCraft schon sein 20jähriges, denn 1994 erschien mit WarCraft: Orcs and Humans das erste Spiel in dieser Welt, damals noch als Echtzeitstrategiespiel.

Grund genug, die bewegte Geschichte zum Doppel-Jubiläum einmal genauer zu beleuchten.

Wie bereits erwähnt startet 1994 unsere Reise. Das erste Spiel im Warcraft Universum erzählt die Geschichte vom Einfall der Horde in Azeroth und dem Pakt zwischen dem Magier der Menschen Medivh und dem Orcischen Hexenmeister Gul’Dan, die das Dunkle Portal erschaffen haben um den Orcs einen Übergang zwischen ihrer Welt Draenor und der Welt der Menschen Azeroth zu ermöglichen.
Als größte Inspiration diente Dune 2, was heutzutage als Urvater der Echtzeitstrategie gilt, daher gab es auch immer mal wieder Klonvorwürfe. Auch Warhammer hatte großen Einfluss auf die Optik, ursprünglich war es sogar als Lizenzspiel geplant, aber die Vorstellungen der Parteien gingen zu weit auseinander. Vom Spielprinzip geht es hauptsächlich darum, seine Basis aufzubauen und die gegnerische Armee zu besiegen. Hierzu baut man Rohstoffe ab um Gebäude zu errichten in denen man z.B. Einheiten wie Soldaten ausbilden kann. Für jede Fraktion gibt es einen eigenen Handlungsstrang mit eigenen Missionen, das „offizielle“ Ende ist die Orc-Kampagne, in der Sturmwind als Hauptstadt der Menschen fällt.

Gerade mal ein Jahr dauerte es nur, bis der Nachfolger an den Start ging. Am wesentlichen Spielprinzip hat sich nichts geändert, es gibt nun noch eine dritte Ressource, Öl, um die neuen Schiffe zu bauen. Die größte Änderung aber ist der sogenannte Nebel des Krieges. Dieser sorgt dafür, dass man nur dort sehen kann, was vor sich geht, wo auch tatsächlich eigene Einheiten stehen. Klingt irgendwie logisch, war bei WC1 und Dune 2 aber noch nicht der Fall. Die Story knüpft direkt beim Nachfolger an. Die geschlagenen Menschen ziehen sich über das Meer zurück nach Lordaeron und bilden dort eine Allianz mit Zwergen und Gnomen. Die Orcs selbst suchen mit Trollen und Ogern ebenfalls Verstärkung, bevor sie sich aufmachen, die Menschen erneut zu besiegen. Doch dieses Mal ist es die Allianz, die siegreich ist und das Dunkle Portal zerstören kann.

Erneut ein Jahr später wird uns ein AddOn präsentiert, welches die Geschichte wieder nahtlos vorführt. Die aus dem Grundspiel bekannten Heldenfiguren wurden überarbeitet und zentraler eingebaut, unter anderem mit eigener Sprachausgabe.
Nach der Zerstörung des Dunklen Portals besteht immer noch ein Riss zwischen den Welten und die verbliebenen Orcs unter der Führung des Nekromanten Ner’zhul trachten erneut nach Eroberung. Sie suchen nach magischen Relikten, werden aber von der Allianz entdeckt. Diese macht sich auf nach Draenor um die Bedrohung durch die Orcs zu beenden. Ner’Zhul öffnet kurzerhand viele weitere Portale um sein Volk in Sicherheit zu bringen, zerstört dadurch aber seine Heimatwelt und schließt viele Helden Azeroths auf den Resten Draenors – der Scherbenwelt – ein.

Dieses Mal ließ sich Blizzard bis 2002 Zeit um eine neue Episode zu veröffentlichen, dafür wurde aber auch überarbeitet was ging. Das Heldensystem wurde aufgemotzt, die Grafik erstmals in 3D präsentiert und auch das Kampagnensystem geht neue Wege. Anstatt wie vorher zwei unterschiedliche Geschichten mit unterschiedlichem Ausgang zu spielen, können wir dieses Mal vier verschiedene Kampagnen spielen, die aber alle zusammengehören. Die verbliebenen Orcs verlassen unter der Führung des ehemaligen Sklaven Thrall die Östlichen Königreiche Azeroths und machen sich nach Westen auf, in den Kontinent Kalimdor. Dort treffen sie auf die Tauren, die sich ihnen anschließen. In den Östlichen Königreichen, genauer in Lordaeron, versucht der junge Prinz Arthas sein Volk vor einer Invasion durch die Brennende Legion zu retten, die auch schon für die Invasion durch die Orcs verantwortlich war. Von ihm unbemerkt wird er manipuliert und tötet sogar seinen eigenen Vater, nachdem das Schwert Frostmourne in vollends korrumpiert hat. Im Namen der Geißel der Untoten durchstreift er das Land und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Dies ist aber nur eine Ablenkung, denn die Brennende Legion marschiert auf Kalimdor ein. Tyrande befreit Illidan aus seinem Gefängnis, der dort seit 10.000 Jahren sein Dasein fristete, da er sich mit der Brennenden Legion verbündet hatte. Er schwor, seinem Volk zu helfen, verriet es aber in seiner Suche nach Macht erneut. Der Prophet, der Thrall zuvor in einer Vision erschienen war und für seine Reise nach Kalimdor verantwortlich war, gibst sich als eben jener Medivh zu erkennen, der zuvor noch die Menschen verraten und das Dunkle Portal erschaffen hatte. Er bringt die Anführer der verschiedenen Völker zum Berg Hyjal, wo sie gemeinsam Archimonde, den Anführer der Invasion der Brennenden Legion schlagen können.

Erneut ein Jahr später erscheint das AddOn The Frozen Throne. Änderungen der Spielmechanik gab es nur wenige, dafür wurde eine neue Fraktion eingeführt, die Naga. Storytechnisch geht es natürlich direkt weiter. Die ehemalige Wärterin Illidans, Maiev, jagt ihm nach und stellt ihn schließlich auch. Um Malfurions Hilfe in ihrer Mission zu bekommen, belügt sie ihn über den Tod seiner Partnerin Tyrande. Kael’Thas, der Anführer der Blutelfen, korrigiert dies aber und zusammen retten Illidan und sein Bruder Malfurion Tyrande. Illidan muss daraufhin Azeroth verlassen und wählt die Überreste Draenors, die Scherbenwelt, als neues Domizil. Maiev, mittlerweile blind vor Zorn und Rache, folgt ihm. Kael’Thas hingegen dient nun der Allianz im Kampf gegen die Geißel der Untoten, leider wird er einem Menschen unterstellt, der alle nichtmenschlichen Völker hasst. In einem schier aussichtslosen Kampf bekommt Kael’Thas Hilfe von Lady Vashj, der Anführerin der Naga, was dem menschlichen Kommandanten missfällt. Er inhaftiert sämtliche Blutelfen wegen Verrats, aber Lady Vashj kommt zur Hilfe. Gemeinsam entkommen sie in die Scherbenwelt und schließen sich Illidan an, den sie aus Maievs Gefangenschaft befreien. Dieser sucht Schutz vor dem Zorn der Brennenden Legion und will die Scherbenwelt für sich erobern, in dem er Magtheridon aus dem Schwarzen Tempel befreit. Kil’Jaeden, der Anführer der Brennenden Legion findet ihn aber trotzdem, verzeiht ihm aber sein Versagen, wenn er seinen Auftrag doch noch ausführt. Der Lich König Ner’zhul wird schwächer und verliert immer mehr die Kontrolle über die Geißel der Untoten, auch Arthas wird dadurch immer schwächer. Nicht nur befreit sich Sylvannas Windrunner, die von Arthas gequält wurde, bevor er sie zur Untoten gemacht hat, aus der Kontrolle des Lich Königs, auch kann die Legion wieder Kontrolle über große Teile der Untoten erlangen. Arthas entkommt knapp einem Racheanschlag von Sylvannas bevor er sich nach Nordend aufmacht, zum Thron des Lich Königs. Anub’arak, der Herrscher von Azjol-Nerub, einem alten Tunnelsystem unterhalb von Nordend, kommt ihm zur Hilfe und durch die Tunnel dringen sie schnell in Eiskrone ein. Nicht zu spät, denn Illidan und seine Truppen sind bereits dort. In einem Kampf bezwingt Arthas Illidan und verschmilzt mit Ner’zhul zum neuen Lich König.

Im November 2004 war es dann soweit. Das MMORPG World of Warcraft erschien. Basierend auf einer aufgebohrten Warcraft 3 Engine, schlüpften wir erstmal selbst in die Rolle eines Helden der Allianz oder der Horde. Die Untoten unter der Führung von Sylvannas, auch bekannt als Verlassene, schließen sich der Horde an und die Nachtelfen treten dauerhaft der Allianz bei. Mit anfangs 9 Klassen, davon 8 fraktionsübergreifende und eine fraktionsspezifische und jeweils 4 Völkern pro Fraktion, gibt es zu Beginn eine Menge Auswahl für den Spieler. Jede Rasse verfügt über eigene Fähigkeiten und jede Klasse eignet sich für wenigstens zwei Spielweisen, manche sogar für drei. Zumindest grundsätzlich, denn zu Beginn ist eigentlich relativ klar, welche Rolle verschiedene Klassen im Schlachtzug haben werden. Gerade World of Warcraft bietet sich für Story viel besser an als ein Strategiespiel, da durch das Leveln viel mehr Hintergrund eingefügt werden kann und muss. Im Grundspiel ist die Maximalstufe Level 60, reiten, also damit schneller unterwegs sein, dürfen wir nicht vor Level 40. Man merkte dem Spiel an, dass es gestreckt war, aber damals hat es kaum gestört, denn es gab ja immens viel zu entdecken. In verschiedenen Schlachtzügen und Dungeons kämpfen die Spieler gegen Drachen, Untote und sogar alte Götter. Endgegner des Grundspiels ist Kel’Thuzad in seiner Zitadelle Naxxramas. Er gehört zur Geißel und damit zu Arthas.

Im Januar 2007 folgt die erste Erweiterung und die Anhebung auf Maximalstufe 70. Die fraktionsspezifischen Klassen werden aufgehoben, die beiden neuen Rassen Draenei (Allianz) und Blutelfen (Horde) sorgen dafür. Auch wird an so ziemlich allem anderen gefeilt und mit Level 70 dürfen wir uns in die Lüfte erheben und das Fliegen erlernen. Allianz und Horde machen sich durch das Dunkle Portal in die Scherbenwelt auf um Illidan zu stellen. Dafür werden erst seine Untergebenen Kael’Thas und Vashj ausgeschaltet, bevor wir den Schwarzen Tempel stürmen können. Neu sind auch die Höhlen der Zeit, in denen wir Geschichte nachspielen können. So befreien wir Thrall aus den Fängen der Allianz, helfen beim Öffnen des Dunkeln Portals und stellen Archimonde in Hyjal. Eine besondere Überraschung hatte Blizzard aber auch noch in der Hinterhand. Mit Illidan ist nämlich noch nicht Schluss, es kommt noch ein weiterer Patch der uns einen Kampf gegen Kil’Jaeden ermöglicht.

Im November 2008 erscheint das nächste AddOn, erneut mit einem neuen Kontinent und einer Anhebung der Maximalstufe auf 80. Wir machen uns auf nach Nordend um Arthas zu stellen, müssen uns aber auch hier erst wieder an seinen Untergebenen messen. So stellen wir z.B. Anub’arak in Azjol-Nerub und Kel’Thuzad in Naxxramas, den Arthas zurück nach Nordend beordert hat. Es gibt keine neuen Rassen, dafür eine neue Klasse – der Todesritter ist eine sogenannte Heldenklasse und startet auf Level 55, in einer Einführungsgeschichte befreit sich der Todesritter von der Kontrolle durch den Lich König und schließt sich seiner alten Fraktion, Horde oder Allianz, an.
Damit aber nicht genug, auch das Erfolgssystem findet seinen Weg ins Spiel, ebenso wie der berühmt-berüchtigte Dungeonfinder. Neben Arthas und seinen Konsorten entdecken wir noch eine alte Stadt der Titanen und helfen dem Menschen Arthas in den Höhlen der Zeit, Stratholme auszulöschen und damit seinen Pfad zum Todesritter zu bestreiten. Auch mit Drachen legen wir uns wieder an, die dürfen ja auch nicht fehlen.

Im Dezember 2010 erscheint mit Cataclysm ein weiteres AddOn, welches neben 5 neuen Gebieten auch eine Überarbeitung der alten Welt bot. Schuld daran ist Todesschwinge, der aus seinem Exil in Tiefenheim ausbrechen kann und die Welt in Schutt und Asche legt. Nach all den Drachen, die wir zwischendurch bekämpft haben, gibt es nun also einen Drachenendboss. Dazu gibt es zwei neue Völker, die Allianz wird durch die Worgen und die Horde durch die Goblins verstärkt, außerdem werden neue Kombinationen möglich, so können nun z.B. auch Menschen Jäger und Tauren Paladine werden. Große Neuerung war auch der Raidfinder, der für den letzten Raid zur Verfügung stand. Hier konnte man sich ähnlich wie beim Dungeonfinder einfach anmelden und wurde dann vom System einem Raid zugewiesen. Die Maximalstufe wurde nur um 5 Stufen auf 85 angehoben, dafür aber auch viele andere Dinge geändert, wie z.B. das Talentsystem und neu dazu kamen Gildenlevel, die je nach Stufe bestimmte Boni geben.

Im September 2012 erschien dann Mists of Pandaria mit dem neuen Kontinent Pandaria und einer Anhebung auf Level 90. Die Pandaren stoßen als neue Rasse dazu, neu ist, dass man sich am Ende der Einführung entscheiden kann, ob man sich der Horde oder der Allianz anschließt. Als neue Klasse kommt der Mönch dazu. Zentrale Figuren sind Garrosh Hellscream und Furorion, der Sohn von Todesschwinge. Garrosh ist seit Cataclysm der neue Kriegshäuptling der Horde, da Thrall sich um andere Dinge kümmern muss. Er bricht nach Pandaria auf, da er den neuen Kontinent nicht der Allianz überlassen will und fängt an, ihn nach mächtigen Artefakten umzupflügen. Dabei wird er besessen und beginnt diverse Verbrechen, ein Bündnis stellt ihn letztendlich und bringt ihn vor Gericht. Furorion wiederum hat ganz andere Interessen. Er schickt ein paar Helden der Allianz und Horde auf eine Reise und belohnt sie mit mächtigen Gegenständen um am Ende Garrosh besiegen zu können.
Mit MoP bekam WoW endlich sowas ähnliches wie Housing, zwar nur in einem ganz kleinen Rahmen, aber immerhin. Die Farm erlaubte jedem Spieler für sich den Anbau von Gemüse und anderen Dingen.

November 2014 war es dann für das fünfte AddOn so weit und wir machen uns auf eine Zeitreise – Garrosh entkommt mit der Hilfe von Furorion in die Vergangenheit, wo die Horde noch nicht verdorben ist von der Brennenden Legion und Draenor noch nicht fast zerstört. Furorion denkt, im unausweichlichen Kampf gegen die Brennende Legion, braucht Azeroth eine Horde, die nicht von dämonischen Blut verdorben ist. Leider fällt die Eiserne Horde ebenso auf Azeroth ein, also macht sich Horde und Allianz erneut auf, Azeroth zu beschützen. Hierzu steht uns zum ersten Mal ein echtes Housing, wenn auch nicht so stark ausgearbeitet wie bei anderen MMOs, zur Verfügung, die Garnison. Diese können wir mit diversen Gebäuden ausstatten, die unterschiedliche Boni bieten können. Ebenso können Anhänger auf Missionen geschickt werden. Das Aufbauen einer eigenen Armee ist also wesentlicher Bestandteil des AddOns. HIER gibt es auch noch einen Artikel dazu.

Und was gab es sonst noch?
Warcraft ist nicht nur eine Computerspielreihe. Es gibt Romane, Comics und auch noch andere Spiele, wie Hearthstone, die zwar nichts mit der eigentlichen Warcraftgeschichte zu tun haben, aber auf dieser basieren. Und für die Zukunft ist auch noch mehr geplant. So wird es einen Warcraft Film geben, der die Geschichte des ersten Spiels wiedergibt. Man kann also vermuten, dass bei Erfolg auch noch die Geschichten von Warcraft 2 und 3 und eventuell sogar World of Warcraft erzählt werden. Und natürlich wird es wohl noch einige AddOns zu WoW geben.

Eine Anmerkung meinerseits zum Schluss.Die Geschichte von Warcraft kurz und vor allem für jedermann verständlich zu halten, war schwerer als gedacht. Ich hoffe, ich habe es einigermaßen hinbekommen. 🙂