Veganer? Vegetarier? Was denn nun?

Das ist für außenstehende manchmal gar nicht so einfach zu unterscheiden, deswegen dachte ich mir, das ist doch ein guter Start.

Es gibt viele Vorurteile und viele Irrtümer über diese beide Formen der Ernährung.  Und es gibt noch etliche weitere Formen, auf die ich eventuell eingehe, aber alle werde ich nicht schaffen.

Vegetarier. Fangen wir also recht einfach an, mit dem Begriff, den so ziemlich jeder kennt.
Aber schon da gibt es die ersten Irrtümer, denn dabei gibt es mehrere Formen. Erklären wir das mal kurz.

Typischerweise verzichtet ein Vegetarier auf alles, was vom toten Tier stammt, also Fleisch, Fisch und Dinge wie Gelatine. Manche Vegetarier beziehen da auch Produkte wie Leder mit ein, manche beschränken es rein auf die Ernährung und wiederum manche verzichten auf Ei- und /oder Milchprodukte. Wenn man umgangssprachlich von einem Vegetarier spricht, dann ist meistens der Ovo-Lacto-Vegetarier gemeint, der auch Ei-und Milchprodukte zu sich nimmt, dazu gibt es dann eben noch solche, die nur Ei- (Ovo) oder Milchprodukte (Lacto) zu sich nehmen. Dies wird allgemein unter Vegetarier abgehandelt, deswegen weiß man nie, welche Form das Gegenüber gerade meint, wenn man hört „Ich bin Vegetarier“.
Um das noch zu erschweren gibt es auch noch Leute, die Fisch essen und sich Vegetarier nennen. Über Sinn und Unsinn möchte ich da nicht reden, das muss wohl jeder selbst entscheiden. Honigprodukte sind in fast allen Formen des Vegetarismus erlaubt, da es kein Produkt eines toten Tieres ist. Wie oben bereits erwähnt, verzichten nicht alle Vegetarier auf Leder, Pelz usw.

Wir sehen also, es gibt schon bei den Formen einige Unterschiede und auch unterschiedliche Auslegungen des Begriffes. Ebenso unterschiedlich sind auch die Gründe.
Während manche ethische oder religiöse Gründe angeben, wollen andere sich einfach nur gesünder ernähren, abnehmen oder haben eventuell sogar eine Unverträglichkeit gegenüber manchen tierischen Produkten und lassen dann einfach alles sein.

Wer aus ethischen Gründen Vegetarier wird, meint dabei häufig die Massentierhaltung und den Umgang des Menschen mit dem sogenannten „Nutzvieh“.  Auch darauf möchte ich in diesem Artikel nicht weiter eingehen, hier geht es erstmal nur um die Begrifflichkeiten.

Halten wir fest – wenn die Vegetarier selbst den Begriff unterschiedlich definieren und auslegen, dann fällt es dem Rest der Welt auch nicht gerade leicht, davon ein einheitliches Bild zu haben.

Veganer haben es da einfacher. Diese verzichten auf einfach alles, was tierischen Ursprungs ist, zumindest bei der Ernährung, die meisten Veganer aber auch in allen anderen Bereichen. Auch sind die Gründe hier meistens ethisch oder religiös. Hört man jemanden also sagen „Ich bin Veganer“, kann man sich schon ein gutes Bild malen. Veganer meiden also neben Fleisch, Fisch, Ei, Milch, Honig auch Leder, Pelz, Daunen oder Schafwolle. Darüber hinaus achten Veganer in der Regel auch auf Tierversuche. Etwas, das logisch erscheint, der Wirtschaft aber nicht logisch ist, so werden Kosmetika mit „Vegan“ beworben, was für „ohne tierische Inhaltsstoffe“ steht, gleichzeitig aber an Tieren getestet wurde. Veganer ist also schon eher sowas wie eine Weltanschauung.

Mit Vorurteilen müssen aber alle kämpfen. Mangelernährung, Doppelmoral und „sich für einen besseren Menschen halten“ sind da die üblichen Sachen und Sprüche gibt es auch gerne. Vegetarier ist übrigens das indianische Wort für „Zu Blöd zum Jagen“ und Veganer sind sowieso alles Freaks und total irre.

Was bemerkenswert ist, dass man als Vegetarier/Veganer viel häufiger in Diskussionen über die eigene Ernährung verstrickt wird als man eigentlich will, oder als man es als Fleischesser noch wurde. Da war es irgendwie jedem egal, wie oft ich in der Woche Junk Food in mich reingeschaufelt habe, was ja definitiv nicht gesund ist. Ohne irgendwen belehren zu wollen, aber denkt ihr nicht, dass vegan besser als Junk Food ist? Mangelernährung kann man von beidem bekommen.

In solchen Diskussionen hört man dann auch gerne, dass der Mensch ja von Natur aus als Allesfresser konzipiert ist, alleine schon wegen den Zähnen. Gemeint sind damit „Reißzähne“, die aber nicht wirklich zum Reißen geeignet sind, eher zum Abreißen. Die Zähne teilen wir übrigens mit vielen Tierarten, wie z.B. dem Gorilla. Diese ernähren sich überwiegend von Pflanzen und Früchten.
Dagegen spricht auch, dass wir unser Fleisch kochen oder braten müssen, denn rohes Fleisch ist nur sehr zerkleinert z.B. als Mett essbar.

Sowas bekommt man übrigens gerne mal ungefragt vor den Latz geknallt. Wenn man dann mitmacht und die Irrtümer aussortieren will, wird einem der „Belehrungswahn“ und „Umerziehen“ vorgeworfen.

Vegetarier dürfen sich auch gerne mit dem Vorwurf „Doppelmoral“ auseinandersetzen – Fleisch wird gemieden, Milch aber nicht, Muss ich gestehen, da ist ein wenig Hand und Fuß dran. Nehmen wir da mal nur den Vegetarier mit den ethischen Gründen, dieser gibt ja häufig Massentierhaltung an – Milchkühe werden aber auch in Massentierhaltung gehalten. Trotzdem leiden einfach weniger Tiere und das sollte man anrechnen. Vor allem, sind ja die Vorwerfer ja selbst nicht besser. Schweine kann man essen, aber Hunde, Hamster oder Katzen gehen nicht. Und warum? Weil das Schwein „dafür da ist“.
An solchen Punkten steige ich in der Regel aus der Unterhaltung aus.

Auch gerne gehört „Und was machst du, wenn du auf einer einsamen Insel strandest?“. Kommt ja echt oft vor und ich würde vermuten, sollte ich jemals in eine solche Situation geraten, wäre mein Überlebenswunsch sicher höher als das Wohl der Tiere – die dort aber zumindest erstmal gejagt werden müssten und nicht „fertig“ in der Tiefkühltheke liegen. Aber: Wovon leben denn die Tiere, die da sind?

Ein Vorwurf, der nicht wirklich ein Vorwurf ist, ist der „Weltverbesserer“. Gerade Veganer wählen i. d. R. diesen Weg, um ihre eigene Welt zu verbessern und vielleicht auch die der Tiere. Manche Veganer sind leider Fanatiker (wie bei allen Gruppen, egal ob es um Sport, Videospiele, Religion oder Ernährung geht) und diese werfen dann ein schlechtes Licht auf alle. Im Vergleich zu dem, was andere Fanatiker allerdings anstellen, sind Diskussionen über die Ernährung wohl noch erträglich.

Das soll es für heute erstmal gewesen sein. Ich weiß, ich habe etliche Themen nur oberflächlich angekratzt, aber ich muss ja auch später noch was schreiben können. Da geht es dann ein wenig in die Tiefe und ich stelle euch meinen Werdegang zum Veganer einmal vor.