Aldi Süd startet Tierwohl Kampagne

Kommentar

Der Veggie Trend kommt bekanntlich mittlerweile auch in der Industrie und dem Handel an. Es gibt mittlerweile fast überall Alternativen und sogar alteingesessene Wurstmaschinen wollen die „neue Kundschaft“ für sich gewinnen. Über diese Wurst hat der Kollege Graslutscher bereits ausführlich gesprochen, deswegen gehe ich da mal nicht näher drauf ein. Viel mehr möchte ich heute ein Unternehmen loben. Aldi Süd hat nämlich vor ein paar Tagen eine weitere Verschärfung ihrer Tierwohl Policy bekanntgegeben. Seit Jahren verzichtet Aldi Süd auf etliche Produkte, die großes Leid für Tiere bedeuten, so wird z.B. kein Pelz angeboten und auch keine Käfigeier.

Man kann da als Pessimist nun antworten, das reicht nicht, die verkaufen ja immer noch Fleisch aus Massentierhaltung und das stimmt. Man kann dem Handel aber nur schwer vorwerfen, dass es Produkte verkauft, die der Endverbraucher will und die die Industrie herstellt. Unter diesen Gesichtspunkten ist es sogar mutig, die eigene Policy immer weiter zu verschärfen und immer mehr vegetarische und vegane Produkte ins Sortiment aufzunehmen.

Natürlich würde der Handel etwas bewirken können, wenn alle an einem Strang ziehen würden – aber wer tut das schon? Am Ende liegt es immer am Verbraucher, etwas zu ändern.

Aber zurück zu Aldi Süd – wie gesagt, seit einigen Jahren engagiert sich das Unternehmen nun schon im Tierschutz und hält Zulieferer und Hersteller an, sich bei solchen Maßnahmen zu beteiligen. Nun gibt es einige neue Ideen, die angegangen werden sollen oder bereits wurden. Das klingt natürlich erstmal alles halbgar und beim ersten Lesen empfand ich es auch so. Aldi verkauft weiter Fleisch zu Billigpreisen aus der Massentierhaltung und will nun ein „Hattu gut gemacht“.

Haben sie auch. Denn es ist ein erster Schritt. Ein Umdenken zu mehr Tierwohl und mehr Tierrechten wird nicht von jetzt auf gleich erzielt werden können, sondern eben schrittweise. Der Verbraucher war über die Jahrzehnte hinweg zu verwöhnt von Dumpingpreisen und ständiger Verfügbarkeit, da muss er langsam entwöhnt werden. Jeder Schritt weg vom Tierleid ist ein guter Schritt. Es ist ein extrem langer Weg und ein kleiner Schritt, aber es ist ein Schritt. Zu einer Zeit, in der die Industrie sich immer neue Tötungsmethoden ausdenkt ist dies ein Zeichen dagegen. Und das nicht von einem kleinen Bio Laden, sondern von einer großen Kette. Jeder kleine Schritt ist ein Gewinn.

Falls ihr den Artikel vom Graslutscher gelesen habt, den ich oben verlinkt habe: Ich stimme ihm weitestgehend zu. Ein Leid wird mit einem anderen Leid ausgetauscht und die Firma verdient immer noch hauptsächlich ihr Geld mit dem Tod von Tieren. Ich sehe aber auch, wie er in seinem Facebook Kommentar schreibt, die Ursache mehr beim Verbraucher.
„Konsumenten haben immer noch ein ziemlich konservatives Einkaufsverhalten – die meisten halten geradezu sklavisch an den Marken und Produkten fest, die sie schon mal gekauft haben.“
Exakt dieses würde ich als eines der Hauptprobleme benennen. Wir Verbraucher haben mehr Macht, als wir denken – wenn wir Massentierhaltung doof finden, sollten wir sie einfach nicht mehr unterstützen.

Quelle (inklusive der Policy als PDF)

Bericht der Albert Schweizer Stiftung

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