Fallout 4 – Willkommen im Ödland

2077 passiert es. Die Bomben fallen und zerstören die Welt. Nur ein kleiner Teil der Menschheit überlebt dieses, geschützt durch Bunker, sogenannte Vaults der Firma Vault-Tec. 

Soweit so ungut. Zum Glück müssen wir die Welt nicht wieder aufbauen, das erledigen andere für uns, während wir in unserem Vault im Kälteschlaf liegen. Wie bei Rollenspielen üblich, erstellen wir erstmal einen Charakter, mit dem wir das Spiel bestreiten wollen. Und wie bei Bethesda üblich, ist dies bereits Teil des Spiels.

Wir erstellen unseren Charakter kurz vor dem Zwischenfall in dem wir erstmal das Aussehen und das Geschlecht festlegen und in einem kleinen Gespräch legen wir unsere Attribute fest. Und dann geht es auch schon los, die Bomben fallen und wir flüchten in die Vault. Hier werden wir eingefroren und wachen erst 200 Jahre später wieder auf. Unser Sohn wurde entführt und unser Partner getötet, kurz bevor wir aufgetaut wurden. Das reicht als Motivation. Wir machen uns also auf die Suche nach unserem Sohn und dem Mörder. Dabei entdecken wir eine Welt, die uns komplett fremd ist.

Die Story klingt altbacken? Ist sie auch. Die Hauptstory passt auf einen Bierdeckel, das kennen wir von Bethesda. Die zahlreichen Nebenaufgaben auch, die eigentlich immer nach dem gleichen Schema ablaufen. Hol mir dieses oder töte jenes. Ist aber nicht weiter schlimm, denn das war zu erwarten.

Dafür punktet Bethesda bei der Aufmachung. Nahezu jede Facette des Spiels wurde überarbeitet, es wirkt neu aber auch vertraut. Die Zielhilfe V.A.T.S. hat früher das Spiel stillstehen lassen, jetzt verlangsamt sie nur die Zeit, während ich entscheide, wo ich hinschießen will.

Das Talent- oder Perksystem wurde ebenfalls überarbeitet. Früher verteilten wir beim Stufenaufstieg Punkte auf Fertigkeiten, die z.B. unser Geschick beim Hacken von Computern angeben, heute brauchen wir dafür spezielle Talente, die man aber nur freischalten kann, wenn die Attribute hoch genug sind. Zum Glück können wir die alle noch erhöhen.

Ganz neu ist aber der Baumodus. Neben Waffen und Rüstungen modifizieren können wir auch ganze Siedlungen entstehen lassen. Wir arbeiten also doch am Wiederaufbau der Welt mit.

Der Sound geht gut, vor allem die Synchronisation mit allerhand bekannten Stimmen weiß zu überzeugen. Die Grafik hingegen wirkt ein wenig angestaubt. Wem eine pompöse Grafik wichtig ist, der wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Dafür aber die Spieler, die es gerne knackig haben. Schon im einfachsten Schwierigkeitsgrad sind die Gegner manchmal so stark, dass man taktisch vorgehen muss. Das war in den beiden Vorgängern und auch in Skyrim, welches ja ebenso von Bethesda ist, nicht der Fall, da konnte man auf „Sehr leicht“ nahezu jede Auseinandersetzung mühelos gewinnen.

Berichten zufolge soll das Spiel auf der Xbox One Probleme haben. Diese konnte ich nachvollziehen, meine Version läuft gut.

Fazit: Wer Fallout 3 und New Vegas mochte, wird dieses ebenso mögen. Wer „Hauptsache Grafik“ oder „Die Story muss genial sein“ wird wohl eher enttäuscht werden.