Höhere Steuer für Fleisch und Milch

Das Umweltbundesamt möchte die Steuer für Fleisch und Milch von 7% auf 19% erhöhen – also auf den normalen Steuersatz, der auf vielen anderen Produkten (darunter auch Lebensmittel wie Pflanzendrinks) ist.

Natürlich kommt dann auch unser Bundesfleischminister Christian Schmidt (Der, der uns für so dumm hält, dass er meint, dass „vegetarisches Schnitzel“ verwirrend ist – hier mein Artikel dazu) zu Wort, der meint, das käme einer „Strafsteuer“ gleich und er wolle darüber niemandem vorschreiben, was auf dem Teller landet.

Mittlerweile dürfte man wissen, dass der Bundesernährungsminister, so seine eigentliche Aufgabe, ein Fleischbefürworter ist. Dass ich ihn für diese Aufgabe als ungeeignet ansehe, sollte auch kein Geheimnis sein, ist aber nicht Thema dieses Beitrages. Seine Mathekünste schon eher.

Ich habe mir mal ein aktuelles Supermarktprospekt angesehen. 200g Schinken kostet 1,99 – also 1,86 ohne Steuer. Nach dieser Erhöhung würde der Schinken also 2,16 kosten – was vermutlich auf 2,19 aufgerundet werden würde. 20 Cent. Natürlich ist das gerade für Geringverdiener nicht wenig, denn es bleibt ja nicht bei diesen 20 Cent mehr im Monat, es wird wohl am Ende auf ein paar Euro (je nach Essgewohnheiten) mehr hinauslaufen. Das mit einer Strafsteuer und einer Vorschrift gleichzusetzen ist aber auch ein wenig over the top, wenn wir gleichzeitig Vergnügungssteuer, Hundesteuer, Tabaksteuer und Sektsteuer haben – Steuern, die ursprünglich mal „Reichensteuern“ waren.

Die Begründung des Umweltbundesamtes ist auch komplett nachvollziehbar. Es geht um den Klimaschutz, zu dem sich Deutschland nun einmal verpflichtet hat, aber gleichzeitig 57 Milliarden(!) Euro in klimaschädliche Subventionen steckt. Massentierhaltung, und der absolut größte Teil unserer tierischen Produkte kommt nun einmal daher, ist vielleicht nicht der größte Sündenbock bei der Klimaschädigung, aber zuminderst ein nicht unwesentlicher Teil. Dazu kommt z.B. noch Diesel und Kohle. Das Geld wäre definitiv besser in nachhaltigeren Projekten investiert, wie der Ausbau der E-Mobilität (hier habe ich bereits darüber geschrieben) oder von erneuerbaren Energien wie Wind- oder Sonnenenergie.

Stattdessen wird natürlich wieder kurzfristig gedacht –  sowohl von der Bevölkerung als auch von unserem Bundesernährungsminister. Dabei macht das Umweltbundesamt doch nur seinen Job – was man von manchen Politikern eben nicht sagen kann.

Quelle: Umweltbundesamt

Bildquelle: Kurt F. Domnik  / pixelio.de

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