Feedback zu: Im Gespräch mit der V-Partei³

V-Partei

Es gab einiges an Feedback zu meinem Gespräch mit der V-Partei³. Manche Leute schrieben mich direkt an, andere kommentierten auf Facebook.

Zu Beginn möchte ich eines festhalten. Ich bin kein Mitglied in der Partei und werde es wahrscheinlich auch nicht werden. (Ich schließe es nicht aus, da ich nicht in die Zukunft schauen kann.) Ich war mal Mitglied bei den Grünen, war aber nicht wirklich aktiv und habe die Partei verlassen, da sie nicht mehr meinem Weltbild entsprach und ich meine Neutralität wahren wollte, immerhin blogge ich nun über Politik (unter anderem) und möchte nicht nachgesagt bekommen, dass ich mit „meiner Partei“ nicht kritisch genug bin.

Zuerst wurde ich dafür kritisiert, dass ich die Vorwürfe dieser einen Website (ich nenne den Namen mit Absicht nicht – die meisten werden es eh wissen) nicht genauer nachgefragt habe. Konrad kam von selbst auf das Thema und sprach mit mir da länger drüber. Ich stand vor dem Problem, dass ich zum einen nicht den Artikel übermäßig lang gestalten wollte und auch nicht den Eindruck erwecken wollte, ich würde sympathisieren. Auf der anderen Seite wollte ich  solche Vorwürfe nicht unter den Tisch kehren, aber denen auch nicht eine zu große Bedeutung beimessen. Ich habe mich nicht mit Konrad Harle getroffen um über diese Vorwürfe zu reden, trotzdem waren sie natürlich ein Thema.

Ich bin neutral an die Sache rangegangen und habe neutral berichtet.

Außerdem sehe ich diese Website nicht als „seriöse Quelle“. Dafür spricht, dass größere Organisationen nicht mal auf deren Anfragen reagieren, alleine stehe ich auch nicht mit dieser Auffassung dar. Ein fehlendes Impressum ist jedenfalls schon mal keine gute Ausgangslage um ernst genommen zu werden.
Manche Sachen sind gut recherchiert, keine Frage, aber der „rechtsoffen“, „Querfront“ und „Esoterik“ Vorwurf kommt m.E. einfach immer zu schnell. Da gilt man schon als rechtsoffen, wenn man jemanden kennt, der den Ruf hat, gegen Ausländer zu sein.

Ich werde auf die ganzen Geschichten dieser Website nicht eingehen, ich finde die Auslegung von Vorfällen einfach grausam. Gleichzeitig möchte ich aber festhalten, dass rechte Tendenzen in der Tierschutzszene leider gang und gäbe sind und man dies auf jeden Fall unterbinden muss. Auch soll man Hinterfragen und Kritisieren. Aber eben beidseitig und nicht einseitig.

Von einer noch recht jungen Partei, die noch nicht mal ein Jahr alt ist, kann man aber noch nicht erwarten, dass sie zu allem eine Meinung hat – auch wenn es wünschenswert wäre. Gerade bei heiß diskutierten Problemen unserer Gesellschaft sollte man sich als Neuling  nicht vorschnell zu einer Äußerung hinreißen lassen.

Fragt man nach Erfahrungen mit der Partei, werden die Artikel dieser Website verlinkt oder eben Erfahrungen mit einzelnen, übermotivierten Mitgliedern gepostet. Das ist natürlich schlecht, da es immer auf die Partei zurückfällt, aber sollte einfach als genau das gesehen werden – als Übermotivation. Die wenigsten Menschen sind kritikfähig bei Sachen, die ihnen am Herzen legen – ich will mich selbst da nicht mal ausnehmen.

Ein anderes Thema ist der Umgang von Aktiven bei Facebook mit Kritikern und generell. Da ich aus einer mir persönlich bekannten Quelle erfahren habe, dass dort z.B. kritische Posts gelöscht werden, war ich natürlich neugierig.

Ich schrieb also Roland Wegner auf Facebook an.

„Ich hab mal eine Frage an dich, da es dich persönlich auch betrifft.
Es gibt den Vorwurf, dass ihr kritische Facebook Posts gelöscht, mit Fake Profilen Parteiwerbung gepostet und ganze Gruppen mit Mitgliederinvites übernommen habt. Magst du dazu was sagen?
Es gibt auch noch den Vorwurf, dass bei Nachfragen (du wurdest persönlich genannt) direkt geblockt wurde. Hast du da eventuell eine Erklärung?“

Wir unterhielten uns, aber es war ein persönliches Gespräch, von dem ich nichts veröffentlichen darf (und auch nicht würde). Ich bekam aber später eine E-Mail der Pressesprecherin Nadeschda Stankova.

„Kritische Posts zu löschen ist nicht ungewöhnlich, so lange es sich um destruktive oder provozierende Kritik handelt. Die Absender dieser Posts sind häufig Trolls mit Fakeprofilen. Unser Social-Media-Team geht hier jedoch mit größter Sorgfalt vor.

Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen, wenn wir unseren Teil dazu beitragen, die vegane Szene zu vernetzen. Einer unserer Hauptprogrammpunkte ist die Agraragenda 2030, also der Umstieg auf die biovegane Landwirtschaft. Wir erhalten regelmäßig positive Rückmeldungen über unser Engagement in der Weiterentwicklung der politschen Flanke der Veganen Szene.

Ein großes Problem unserer Zeit ist das Internet hinsichtlich falscher und teilweise strafrechtlich relevanter Informationen, die häufig von anonymen Profilen verbereitet werden. Natürlich kann es sein, dass Personen auch aus privaten oder dienstlichen Gründen nicht ihren vollständigen oder korrekten Namen für das Internet benutzen. Wir als V-Partei³ können zwar nicht ausschließen, dass einige Mitglieder ebenfalls ein Zweitprofil haben, halten dies unserer Einschätzung nach für überwiegend unwahrscheinlich. Unser Vorsitzender nutzt Facebook mit zwei Seiten: ein Privatprofil und eine Aktionsseite, beide Mal mit vollständigem Klarnamen.

Vor allem für die Abwehr von falschen Informationen oder Beleidigungen sieht unsere politische Forderung eine gesetzliche Regelung vor, die für die Eröffnung eines Internetprofils  die Vorlage eines Personalausweises erforderlich macht – ähnlich wie bei der Eröffnung eines Bankkontos. Hierzu werden wir in Kürze unser Programm erweitern.“

Man sitzt hier ein wenig in der Zwickmühle. Auf der einen Seite hatte man vor allem zu Beginn ein paar „komische Vögel“ an Bord und hat wahrscheinlich immer noch welche dabei. Das liegt in der Natur der Sache und es ist vermessen anzunehmen, dass man jedem „Querkopf“ von vornherein ansieht, dass er so einer ist. Trotzdem wird man dafür immer noch heftig kritisiert, unter fast jedem Beitrag über die V-Partei³ findet man wenigstens einen Artikel dieser Website, die recht einseitig berichtet. Immer frei nach dem Motto „Das ist schlecht, das ich schlecht“ aber nie „Hey, die haben sich gebessert oder haben die Kritik angenommen“.

Das kann einem schon die Arbeit mies machen, vor allem, wo die Partei nicht aus Berufspolitikern besteht, sondern aus „normalen Menschen“, die auch noch Jobs haben.

Und sie scheint aus ihren Fehlern zu lernen – vielleicht nicht so schnell, wie man es gerne hätte, aber man lernt: https://v-partei.de/gegen-das-vergessen

Schon letztes Jahr im Mai, also kurz nach der Gründung, berichtete Vegannews.de über diese Partei. In diesem Artikel wird auch gemahnt, dass man eine Partei nach dem Parteiprogramm beurteilen sollte, dem ich so zustimme.

In jeder Bewegung gibt es ein paar Deppen, die leider mehr wahrgenommen werden als die „normalen“ Mitglieder. Da ist es an uns, da zu differenzieren. Gebt vor allem der Partei erstmal die Chance zu lernen, z.B. wie man Kritik angeht.

Und an die Partei selbst gerichtet: In einer Demokratie muss man auch mit negativem Feedback umgehen können. Das Löschen von Facebookposts oder das Blockieren von Kritikern mag euch als probates Mittel vorkommen, ist es aber nicht. Und achtet auf eure Aktiven, die muss man einigermaßen unter Kontrolle haben, vor allem, wenn sie öffentlich für die Partei auftreten.

Meine persönliche Meinung: Der eingeschlagene Weg ist gut, muss aber noch sehr viel besser werden um politisch relevant zu werden. Ich finde es jedenfalls nicht gut, die Partei so dermaßen zu bombardieren und als einzige Quelle gilt diese unseriöse Website.

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