Ein paar Gedanken zum Int. Frauentag

Internationaler Frauentag

Jedes Jahr am 8.3. ist der Frauentag. Ich habe mir mal Feedback zu dem Tag geholt.

Und es ging gleich richtig gut los. Ein Arbeitgeber schenkte seinen angestellten Frauen jedes Jahr Blumen zum Frauentag. Und zumindest die Frau, die mir davon erzählte, war davon begeistert.

Sinn und Zweck ist es aber nun mal nicht, dass man der Frau „Wertschätzung“ zeigt, wie am Muttertag, für ihre „Dienste“, sondern viel mehr um die Rechte der Frau. Details erspare ich mir an dieser Stelle, damit der Artikel nicht zu lang wird, ich verweise einfach mal an Wikipedia.

Jetzt hat sich natürlich in den letzten Jahrzehnten seit der Einführung eine Menge getan. Frauen dürfen wählen und können so ziemlich jeden Beruf, zumindest theoretisch, ergreifen. Und zumindest im öffentlichen Dienst wird man für gleiche Arbeit auch gleich entlohnt, da es dort Tarifverträge gibt. Sogar in unserer Sprache wird mittlerweile tagtäglich darauf hingewiesen, dass es Angestellter und Angestellte gibt.

In der selben Gruppe, in der ich von den Blumen erfuhr, waren ironischerweise die Männer der Meinung, man sollte mehr für die Frauen tun und die Frauen waren der Meinung, diese Lohnungleicheit (die ja immer noch ein Thema ist) wäre bei vielen Frauen hausgemacht, da sie sich nicht so stark für ihre Interessen einsetzen.

Das mag sogar stimmen. Frauen gelten generell als weicher, Männer als härter, nicht nur in Verhandlungen. Allerdings muss eine Frau einfach mehr Leistung bringen um in die gleiche Position zu kommen, wie ein Mann. Das mag sicherlich auch der biologischen Bedeutung der Frau geschuldet sein. Als Frau steht man eben vor der Wahl – Karriere oder Familie? Und diese Entscheidung muss man früh treffen. Angela Merkel, die mächtigste Frau unserer Nation, hat zum Beispiel keine eigenen Kinder. Wenn eine Frau sich für die Karriere entscheidet, haftet ihr trotzdem an „die könnte ja auch schwanger werden und dann erstmal für Jahre weg seid“ und das ist ein Problem. Diese Zweifel zu beseitigen schafft man nur mit enormer Leistung, nicht umsonst gelten Frauen in Führungspositionen als tough oder Powerfrau.

Hat sich dann eine Frau für „Erstmal Arbeiten, dann Familie, dann wieder Arbeit“ entschieden, ist sie häufig in Teilzeit gefangen. Zu Beginn scheint das ja auch gut zu gehen, weil die Kinder ja noch klein sind und so weniger Betreuung durch Fremde benötigen. Was aber, wenn die Kinder sich um sich selbst kümmern können? Dann ist manche Frau in Teilzeit oder in einem Niedriglohnsektor gefangen, die Ausbildung ist zu lange her, die letzte berufliche Tätigkeit manchmal auch.

Dazu kommt, dass die Frau häufig gezwungen ist, schnell wieder arbeiten zu gehen, da sonst das Geld nicht reicht, dass der Mann nach hause bringt. Von Alleinerziehenden möchte man da erst gar nicht anfangen.

Das ist eine Ungerechtigkeit, die es zu beheben gilt. Frau sollte diese Wahl zwischen Karriere und Familie nicht treffen müssen und nicht aufgrund von Schubladendenken weniger Gehalt bekommen. Dass es Frauen gibt, die freiwillig sich mit niedrigen Lohn zufriedenstellen, aber die gleiche Leistung bringen, wie ein Mann, darf keine Ausrede sein, auch weniger zu bezahlen.

Ich habe in diesem Artikel pauschalisiert. Natürlich gibt es Ausnahmen bei Arbeitgebern (ich kenne sogar einen), bei Frauen, bei Männern. Und natürlich sind diese Erfahrungen, die ich nun gemacht habe, in keinster Weise repräsentativ. Selbstredend gibt es auch Frauen, die für sich die traditionelle Rolle „Hausfrau und Mutter“ als Ideallösung ansehen. Und es gibt auch Frauen, die nach der Babypause nur Teilzeit arbeiten wollen.

Meiner Meinung nach sollte man aber gegen dieses Stigma „Die könnte schwanger werden“ etwas tun. Und wenn eine Frau Job und Familie unter einen Hut bringen möchte, braucht sie mehr Unterstützung. Beispielsweise mit Förderkursen oder einer richtigen „Vergütung“ und Anrechnung bei der Rente. Sonst bleibt Frau einfach immer von Mann abhängig. Und genau deshalb ist heute der Frauentag immer noch wichtig, auch wenn die Frau schon längst wählen darf.

Ihr habt es eventuell bemerkt – ich bin für Gleichberechtigung. Allerdings echte Gleichberechtigung, nicht einfach nur „mehr Geld und Aufstiegsmöglichkeiten“ für Frauen, sondern eben auch für Männer, in traditionell eher weiblichen Berufen wie Krankenpfleger oder Erzieher. In der Gesellschaft werden Männer in diesen Berufen, vor allem von anderen Männern, immer eher als „Weichling“ angesehen.

Der Frauentag ist also kein Anlass für Geschenke, sondern immer noch wichtig. Viel wurde schon erreicht, aber es gibt noch mehr zu tun. Und ich rede hier nur von den Problemen der westlichen Welt, in vielen Ländern ist die Frau noch weit davon entfernt, auch nur im Ansatz gleichberechtigt zu sein.

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