V-Partei – Lieber ein Ende mit Schrecken (UPDATE)

V-Partei

In der V-Partei und vor allem in die Berichterstattung darüber kehrt einfach keine Ruhe ein. Jetzt gibt es Vorwürfe eines ehemaligen Mitgliedes, auf die die Partei reagiert hat.

Es kommt immer wieder vor, dass nach Meinungen über die V-Partei gefragt wird und man immer nur die gleichen Artikel als Feedback bekommt oder Aussagen wie „rechtsradikaler Abschaum“. Äußert man sich positiv oder zumindest nicht abwertend, wird man als Sympathisant bezeichnet, der es gutheißt, wenn sich Leute mit Esoterikern umgeben. Die neutrale Sichtweise wird häufig mit Fragen wie „Bist wohl Mitglied?“ kommentiert. Die Kritiker lassen Neutralität nicht zu, Mitglieder fühlen sich persönlich angegriffen, was sie auch teilweise werden. Ich habe selbst erlebt, wie einem Mitglied ein Fragenkatalog von 30 Fragen (durchnummeriert) vorgelegt bekam und gefordert wurde, darauf einzugehen. Fragen, die ein normales Mitglied gar nicht beantworten kann. Als das Mitglied nicht geantwortet hatte, wurde man pampig.

Dabei sollte man jeden neuen Vorfall differenziert betrachten. Wie z.B. die Vorwürfe von Ex-Mitglied Tobias. Vor allem der Umgang mit „IV“ (die Website, die ich auch in meinen anderen Artikeln nicht namentlich erwähne) wurde nachvollziehbar kritisiert.

Man darf dabei aber nicht vergessen, dass man in einer Partei eine Einheit ist. Es schädigt die Partei, wenn man nach außen hin nicht geschlossen auftritt. Und die Vorgabe ist nun einmal, dass „IV“ nicht diskutiert wird, aus den gleichen Gründen, weswegen ich „IV“ als unseriös erachte. Das auch intern über die Vorwürfe nicht diskutiert wird – das ist ein anderes Blatt. Erst recht, wo klar deutlich wird, dass die Vorwürfe von „IV“ in jeder Diskussion über die Partei auf den Tisch kommen. Schweigen ist da in der Tat kontraproduktiv.

Tobias kritisiert auch das Auslegen von Flyern bei einer Veranstaltung von Rüdiger Dahlke. Kann ich ebenso nachvollziehen, denn der Herr ist nicht unumstritten. Über seine Thesen will ich gar nicht reden, das würde meinen Kopf platzen lassen. Ich bin aber der Meinung, es gibt da einen Denkfehler. Als junge, neue Partei braucht man Aufmerksamkeit, denn daraus resultiert Bekanntheit. Also ist man dort, wo Menschen sind. Da beweist die V-Partei selten ein gutes Händchen und wenn sie doch mal auf einer „guten Veranstaltung“ ist, werden Vereine wie ARIWA oder Vegan-Blogger wie Der Graslutscher oder Der Artgenosse dafür kritisiert, dass sie auf der gleichen Veranstaltung sind wie die V-Partei.

Persönlich würde ich, wenn ich dauernd dafür kritisiert werde, auf solchen Veranstaltungen zu sein, mich da nicht mehr aufhalten. Es kann und wird ja offensichtlich als gezieltes Werben nach „Schwurblern“ und/oder Leute mit rechtem Gedankengut interpretiert. Ich denke aber, dass dies nicht die Intention ist, sondern tatsächlich nur die Mitgliedergewinnung. Ob man solche Leute in der Partei haben will, ist eine andere Frage. Geduldet scheinen sie ja zu werden, sonst würde man nicht auf Veranstaltungen wie dem Pax Terra Musica, das mit den selben Vorwürfen wie die Partei selbst bombardiert wird, erscheinen und Werbung machen.

Update: Bundesgeschäftsführer Konrad Harle hat mir mitgeteilt, dass die V-Partei die Teilnahme abgesagt hat. Auf der Liste der Aussteller taucht sie auch nicht mehr auf.

Als letzten Punkt habe ich mir die, nennen wir es Spionageaffäre, rausgepickt. Tobias wurde beschuldigt, den Mailserver gehackt zu haben, was sich als Missverständnis herausstellte. Er war noch in einem Mailverteiler drin, was übersehen wurde und so entstand der Eindruck, er hätte sich unrechtmäßig Zugriff verschafft. Er bekam Wind davon, dass er dessen beschuldigt wird und war natürlich schockiert. War ich auch, als ich mal beschuldigt wurde, die Kaffeekasse geplündert zu haben. (Indiz bei mir war eine neue He-Man Figur, die ich damals aktiv gesammelt habe – auf eine Entschuldigung habe ich fünf Jahre warten müssen.)

Tobias kritisiert, dass trotz dem Mangel an Beweisen der Vorstand informiert wurde. Sorry, aber das ist absolut üblich. Man stelle sich mal vor, da bekommt man mit, dass jemand Zugang zu internen Informationen hat und kann es sich nicht erklären. Natürlich informiert man den Rest und warnt davor, damit nicht noch mehr interne Infos nach außen kommen. Da ich weder den Wortlaut des Mitglieds kenne, das Tobias informiert hat, noch den der Mitteilung des Vorsitzenden, kann ich nicht beurteilen, ob ihm direkt das „Hacken“ vorgeworfen wurde, oder ob dies durch das Stille-Post-Prinzip zustande gekommen ist. Der V-Partei wird übrigens nun vorgeworfen, warum sie darauf nicht eingeht, obwohl da ja nichts mehr zu klären ist.

Weiter gehe ich nun nicht auf die Vorwürfe von Tobias oder die Stellungnahme ein. Nicht, weil ich sie totschweigen will, sondern weil ich anhand von Beispielen etwas verdeutlichen will. In keiner Weise will ich Tobias oder der V-Partei recht geben, denn dazu weiß ich zu wenig vom Vorfall.

Fazit:

Nun zu dem Punkt, den ich klären möchte. Gerade in unserer heutigen Zeit, mit dem Internet, den sozialen Medien und so weiter, wird eine klare Kommunikation nach außen immer wichtiger. (Gelingt mir selbst auch nicht immer.) Zu schnell wird man für eine unbedachte Äußerung auseinandergenommen, was sich dann im Kopf festsetzt. An diesem Punkt wäre die V-Partei in der Pflicht, mehr auf die eigene Kommunikation zu achten. Dies kritisiere ich immer wieder an der Partei und ich finde es schon mal gut, dass es jetzt auch zeitnah eine Stellungnahme gab. Das ist ein Fortschritt im Vergleich zu früher.
In der ersten Version der Stellungnahme war eine „spezielle“ Quelle angegeben, die später entfernt wurde – https://rottweil.wordpress.com/2015/05/31/tobias-raff-jetzt-im-asyl-business/ – sorry, aber das ist großer Mist gewesen. Man sieht schon bei der Auswahl der Kategorien, in welche Kerbe diese Seite schlägt.

Eine Hetzseite als Quelle anzugeben, wo man selbst sich gegen solche wehrt wo es nur geht, ist einfach schlechter Stil und unseriös. Man muss da aber nun fair sein, denn lange war der Link nicht in den Quellen. Er hätte nur erst gar nicht dort auftauchen dürfen.

Ich finde es nicht verwerflich, dass Tobias seine Erfahrungen öffentlich gemacht hat. Ich mache meine Erfahrungen ja auch öffentlich und das ist auch eines unserer Grundrechte. Wer hier drangehen will, der hat das Konzept von Demokratie nicht verstanden.

Was mir nur wirklich bei jedem Beitrag der V-Partei auffällt, ist die undifferenzierte Herangehensweise von Kritikern und Anhängern. Statt sich frisch damit auseinander zu setzen, werden alte Artikel gepostet und auf die Entwicklung der Partei gepfiffen. Das ist kontraproduktiv. Die Partei hat so gar keine Zeit die eigentlichen Probleme anzugehen, weil sie sich ständig mit sowas befassen muss. Es ist kein Problem, die Partei als Veganer nicht leiden zu können, man muss nicht alles mögen, nur weil vegan drauf steht. Aber dann destruktiv an die Sache heranzugehen, bringt der veganen Idee halt nichts.

Ich befürchte, dass die engagierten Mitglieder, die an die Sache glauben, irgendwann aufgeben. Und manche Mitglieder scheint man auch mal zurückpfeifen zu müssen.

Update: Tobias ist jedenfalls noch nicht fertig mit der V-Partei, er hat eine Stellungnahme zur Stellungnahme veröffentlicht und weitere Artikel angekündigt. Seine Einladung an mich zum Podcast, hat er scheinbar wortlos zurückgezogen in dem er auf meine letzte Nachricht nicht reagiert und mich aus seinen Kontakten entfernt hat.

Mittlerweile sind auch seine Artikel nicht mehr auffindbar. Vielleicht hat er es nun doch dabei belassen.

Links:

Der Artikel von Tobias Raff (Toter Link)

Die Stellungnahme der V-Partei

Mein Interview und die erste Feedback Runde

Ein weiterer Artikel zum Thema

Ein Kommentar

  • Der link zu meinem 2. Teil meines Berichts über die V-Partei ist wieder live. Wir können gerne mal eine Podcast-Folge machen, wenn Du noch Interesse hast.

Kommentar verfassen