Wie nachhaltig kann ein Baby sein?

Mit einem Baby steht auch eine Menge mehr an als nur Wickeltisch und Babybett. Windeln zum Beispiel.

Da stellt sich natürlich die Frage nach der Nachhaltigkeit. Ein Kind braucht zwischen 4000 und 6000 Windeln. Das ist eine Menge Müll und über eine lange Zeit auch ein enorm hoher Kostenpunkt.

Bei Mehrfachwindeln hat man zwar nur einen Bruchteil dieser Kosten, dafür aber alles auf einmal und weit weniger Müll, was man auch bedenken sollte – denn auch Müll verursacht Kosten, auch wenn diese im Vergleich gering ausfallen. Und beim zweiten Kind braucht man nicht direkt die doppelte Menge an Mehrfachwindeln, aber schon an Wegwerfwindeln. Spätestens da wird es eine Rechenaufgabe.

Auch der Mehraufwand bei waschbaren Windeln ist nicht zu verachten, auch wenn er heutzutage geringer ausfällt. Sehr viel mehr Zeit kostet es allerdings nicht. Um da genau entscheiden zu können, was nachhaltiger ist, Wegwerf- oder Mehrfachwindel müsste man z.B. auch den Stromverbrauch der Waschmaschine (und ggf. Trockners) sowie den Wasserverbrauch einkalkulieren. Ebenso müsste man dann aber auch die Emissionen der Fertigung und des Transportes mit betrachten. Für eine definitive Aussage benötigt man also schon fast eine richtige Studie. Hier ein Artikel der SZ zu dem Thema.

Wir haben uns also entschlossen, einen Test mit Mehrfachwindeln von der Windelmanufaktur zu machen. Mit einem Startpaket und Wegwerfwindeln zum direkten Vergleich. Über die Qualität kann ich natürlich noch nichts sagen, aber optisch sind sie schon nett anzusehen.

Windeln sind das Eine. Das Andere sind natürlich die Möbel wie Babybett und Wickeltisch. Wie man an einem alten Artikel von mir sehen kann, haben wir uns da für neue Dinge entschieden, uns mit dieser Entscheidung aber nicht leicht getan. Hier haben wir uns gegen gebrauchte Möbel entschieden, da bei älteren Möbeln eventuell die Sicherheit nicht mehr so gewährleistet ist. Natürlich kann auch bei einem Tisch, den man neu gekauft hat, was schief gehen. Die Wahrscheinlichkeit ist da aber geringer. Aus Sicherheitsgründen haben wir uns auch gegen einen gebrauchten Kinderwagen und vor allem gegen einen günstigen entschieden. Man will ja auch unterwegs sein Baby sicher verwahrt wissen und da Kinderwagen sich in der Tat schneller abnutzen als man denkt und wir zu einem zweiten Kind tendieren, wäre da ein gesparter Euro beim ersten Kind vielleicht am Ende doch nicht so gut. Unser Kinderwagen hat jetzt jedenfalls Luftbereifung, was auf der schwäbischen Alb auich nötig sein wird, denn bei den Vollgummireifen spürt man jede Unebenheit bis in den Handgriff, man kann also davon ausgehen, dass auch das Kind es spürt.

Weiter geht es bei der Ernährung. Hier kann man fast alles selbst machen, gerade Muttermilch ist ja an Nachhaltigkeit nicht zu übertreffen und Babybrei muss auch nicht aus dem Glas sein, sondern kann selbstgemacht werden. Es gibt allerdings gewisse Komfortprodukte fürs Stillen, die man dann nicht weiter nutzen kann.

Und letzten Endes kommt die Bekleidung. Hier gibt es fast keine Notwendigkeit, neue Sachen zu kaufen, da es massig viel Klamotten und Spielzeug auf Kinderbasaren gibt oder von Freunden und Verwandten nicht mehr benötigte Kleidung gerne mal beim „neuen Nachwuchs“ landet. Einzig „spezielle“ Kleidung wie einen Batman Strampler mussten wir selbst kaufen.

Um die Frage des Artikels zu beantworten: Es ist durchaus möglich, sein Baby überwiegend nachhaltig zu versorgen. Legt man aber Wert auf Sicherheit und Komfort, wird es schon schwerer. Letzten Endes entscheiden die Eltern, wie viel für sie Komfort nötig ist. Auf die Sicherheit würde ich aber nicht verzichten.

Das Bild zeigt eine von unseren Stoffwindeln.

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